Michael Härdi

Vom Wert der alten Dinge

Vierzig Jahre nach dem „Mai 1968″ möchte ich Überlegungen darüber anstellen, welche kulturellen und gesellschaftlichen Fortschritte seither entstanden sind. Ich bespreche einige Thesen aus dem Buch von Guy Debord „Die Gesellschaft des Spektakels“, welches als eine wichtige theoretische Grundlage für die „Revolution“ von 1968 gilt. Dem gegenüber möchte ich über ältere Konzeptionen der gesellschaftlichen und kulturellen Verfassung nachdenken.

Diese Methode der Intervention ist bewährt: Barrikaden errichten. Eigentlich stellen solche Formen des Aufstands immer eine Unterstützung der herrschenden und profitierenden Klasse dar. Die Revolutionäre von 1968 sind inzwischen Wirtschaftsführer, Chefs von Fernsehstationen oder sogar Spitzenpolitiker geworden. Einige Gedanken von 1968 konnten sie so weitertragen, beispielsweise die Ablehnung des Krieges.

Ein stärkerer Zusammenhang der Menschen untereinander sowie eine Umgebung, welche die Reflexion des einzelnen Menschen auf sich selbst zulässt, wäre ein erstrebenswertes Ziel einer gesellschaftlichen Umwandlung. Eine Errungenschaft des Mai 1968 mag darin bestehen, dass beispiellos viele Menschen sich aus eigener Überzeugung an dieser mehrheitlich gewaltfreien Revolution beteiligt haben. Die Öffnung einer Gesellschaft kann heute damit beginnen, dass sie sich tatsächlich für ihre Immigranten interessiert und sie nicht grundsätzlich ablehnt. Denn das Problem der kulturellen Durchmischung steht erst an seinem Anfang.

Michael Härdi
hardi[at]imagedesign.ch

Geboren 14.5.1971 in Schaffhausen (Schweiz). Schulen in Schaffhausen und Zürich.
1991-1995 Studium an der Grafikfachklasse der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich.
1994 dreimonatiges Praktikum am Atelier National de Création Typographique ANCT in Paris.
1996 Diplôme de langue, Alliance Française.
1997-2000 Nachdiplomstudium am Studienbereich Theorie der Hochschule für Gestaltung und Kunst Zürich.
2000 Abschluss als Gestalter FH.

Ich bin seit 1997 als selbständiger Gestalter für Print und Internet tätig. Dabei arbeite ich häufig für Kunden im Bereich der Kultur oder der kulturellen Vermittlung. Ich sehe die Beschäftigung mit medientheoretischen Themen als eine wichtige Ergänzung meiner Arbeit als Gestalter und Programmierer. Sie ist motiviert durch mein Interesse, den kulturellen Kontext, in dem ich tätig bin, verstehen zu wollen.

Die Internetseite www.imagedesign.ch dokumentiert meine Arbeit als Gestalter.