Andres Wanner

The Mind of the Machine – der zeichnerische Eigensinn von mechanischen Systemen

Andres Wanner - The Mind of the Machine

Andres Wanner untersucht Spuren von mechanischen Prozessen, und macht darin charakteristische Eigenheiten von Maschinen aus: Hat eine als Zeichenmaschine verwendetes mechanisches System eine eigene Handschrift? Lässt sich daraus auf einen eigenen Geist und Kreativität schliessen, die als visuelle Phänomene in seinen Zeichnungen lesbar sind?

Mit dieser Frage nach dem Eigensinn und der Persönlichkeit der Maschine zeigt Andres neue künstlerische Arbeiten mit Zeichenmaschinen – selbstgebaute und angeeignete – und untersucht deren mechanische Eigenschaften visuell anhand ihrer Spuren.

Können diese Bilder – analog zu einem Erklärungsmodell für menschliches Bewusstsein – als emergente Phänomene einer komplexen Ordnung verstanden werden, die sich aus der Wechselwirkung materieller Bestandteile ergeben? Welchen Einfluss hat die Zusammensetzung und der Aufbau dieser Systeme, und wie weit ist der visuelle Ausdruck durch den Künstler als Operateur der Maschine begründet?

Andres lädt die Teilnehmer ein, sich auf seine Maschinenbildwelten einzulassen, und gemeinsam visuelle Antworten auf diese Fragen zu suchen.

Andres Wanner
Der Kanada-Schweizer Andres Wanner macht Maschinenkunst und Interaction Design. Der studierte Physiker, Künstler und visuelle Gestalter ist Dozent und Forschungsmitarbeiter an den Fachhochschulen FHNW (Windisch) und HSLU (Luzern). Als Adjunkt Professor bleibt er mit der School of Interactive Arts and Technology in Vancouver verbunden.
Seine Kunstmaschinen und Zeichenroboter folgen mechanischen Regeln und programmierten Algorithmen. Mit seiner Arbeit stellt er die utilitaristische und objektive Natur von elektrischen Apparaten in Frage. Er untersucht Spannungsfelder zwischen Kontrolle, Sicherheit und Zufall, sowie zwischen Künstler, Werkzeug und Werk. Seine Experimente betonen die ästhetische Dimension von Technologie.
Seine Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem an ISEA, SIGGRAPH, IDEAS, Generate, New Forms Festival, Re-new Festival, Artech, Hyperkult. Er organisiert die Vortragsreihe „Forum für Komputerkultur“, und bis 2010 den Medienkunst-Wettbewerb „Pixelstorm-Award“. 2011 hatte er die künstlerische Leitung der Computational Aesthetics Konferenz inne.
http://www.pixelstorm.ch