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interfiction
XXVII/2020 VIREALITÄT | VIREALITY

Interdisziplinäre Workshop-Tagung
im Rahmen des 37. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofestes

Kassel, 20. – 22.* November 2020
Online!

* interfiction findet 2020 online statt, was auch hinsichtlich der Zeitstruktur eine alternative Programmierung nahelegt. Genaueres hierzu wird noch bekannt gegeben.

… IS A VIRUS: Ein Stück Code, mit dem niemand gerechnet hat. und mit dem wir nun alle leben müssen. In diesem Jahr geht die interdisziplinäre Workshop-Tagung für Kunst, Medien und Netzkultur interfiction viral. Notfalls auch in der Isolation.

2020 findet interfiction erstmals nicht in Kassel statt. Sondern – ausschließlich – online. Für eine Workshop-Tagung, die ihr Jahresthema seit je aus der Netzkultur bezieht und für die digitale Medien und Netzwerke schon immer Gegenstand ebenso wie Bezugsrahmen sind, mag das nach einer Konzentration aufs „Kerngeschäft“ ausschauen. Nur, dass es hier nicht um wirtschaftliche Faktoren geht. Und zudem – im Grunde: allem voran – das Zusammenkommen vor Ort, das einen dichten Austausch ermöglicht, ebenso wie die Schnittstellen zum Film- und Videoprogramm, zur Ausstellung und vielen weiteren Elementen des Festivals bis dato für interfiction stets eine wichtige Rolle gespielt haben.

Zugleich hat interfiction mit seinem aktuellen Jahresthema – welches nicht das ursprünglich geplante ist – die Herausforderung ganz bewusst angenommen: gerade weil sich interfiction seit der Gründungsveranstaltung immer ein Thema wählt, das sich aus der Auseinandersetzung mit rezenten, gesellschaftlich relevanten Entwicklungen in der Medien- und Netzkultur heraus stellt. Darüber, dass diese in den vergangenen Monaten erstens denkbar massiv von einem Virus namens COVID-19 bestimmt gewesen sind und zweitens die Folgen der Pandemie auch neue ebenso wie bereits laufende und möglicherweise auch zuvor bereits ad acta gelegte Debatten um Digitalisierung, digitale Medien und Netzwerke entfacht und/oder (wieder-)belebt haben, besteht wohl kaum ein Zweifel.

Aber worum geht es dabei eigentlich? Welche Chancen, welche Risiken beinhalten die derzeitigen Entwicklungen? Können jene, die sich schon länger mit den nun wortwörtlich virulent gewordenen Fragen, Problemen und Perspektiven befassen, aus ihren Erfahrungs- und Wissenshorizonten etwas zu den Debatten beisteuern, das uns weiterbringt? Verdanken sich die in Kultur und Künsten eben nicht erst seit gestern aufgerufenen Parallelen zwischen den Verhaltensweisen und Funktionen infektiöser organischer Strukturen, die wir Viren nennen, und den ebenso bezeichneten Schadprogrammen, lediglich der immer wieder aufscheinenden Biophilie unserer TechnoNaturKultur? Der menschlichen Neigung zur Metapher, zum Kommunizieren in und mit Bildern? Wenn dem so sein sollte, bergen diese auch ein Erkenntnispotential, das sich für den Umgang mit der aktuellen Lage und ihren Folgen nutzbar machen lässt? Und, apropos Folgen: Lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt und vor diesem Horizont über jene Folgen produktiv spekulieren, welche die Pandemie für die aktuellen und künftigen Entwicklungen in Kunst, Medien- und Netzkultur hat, haben wird, haben könnte, haben sollte? Wie ist es unter den Vorzeichen des Virus um Utopien und Realitäten in diesem Feld bestellt? Über welche VIREALITÄT(EN) wollen wir nachdenken? Von, in und mit welchen VIREALITÄTEN wollen wir sprechen und handeln?

Mit diesen und weiteren Fragen rund um VIREALITÄT will sich Workshop-Tagung interfiction befassen.

Künstler/innen, Video- und Filmemacher/innen, Programmierer/innen, (H)A(c)ktivist/innen, DesignerInnen, Medien-, Netz- und Kulturwissenschaftler/innen und andere an einem interdisziplinären Austausch zum Thema interessierte Theoretiker/innen und Praktiker/innen sind dazu eingeladen, im Rahmen der Workshop-Tagung in Vorträgen und Präsentationen Thesen und Projekte vorzustellen und zu diskutieren.

interfiction findet 2020 in einem digitalen (Videokonferenz-)Format statt, das zugleich zu den Gegenständen der kritischen Auseinandersetzung zählt. Ob wir damit wirklich viral gehen oder ob wir vielleicht doch eher auf Anti-Viren-Ware setzen wollen wird aus nahe liegenden Gründen ebenfalls Thema sein…

Die Ausschreibung und weitere Informationen sind unter www.interfiction.org abrufbar.
Kontakt: info@interfiction.org

interfiction – interdisziplinäre Workshop-Tagung für Kunst, Medien & Netzkultur
Leitung: Verena Kuni
Team 2020: Karsten Asshauer, Max Holicki, Anders Lehr, Henning Roye & Verena Kuni

 


 

interfiction
XXVII/2020 VIREALITÄT | VIREALITY

Interdisciplinary Conference & Workshop-Summit
in the framework of 37th Kassel Documentary Film- and Video Festival

Kassel, November 20. – 22.*, 2020
Online!

* interfiction 2020 is taking place online – with necessary consequences for our program’s schedule. More detailed information will follow.

… IS A VIRUS: A piece of code nobody has calculated on. Now we have to live with it. This year’s interfiction interdisciplinary workshop-conference for art, media and network cultures will go viral – and be it from isolation.

In 2020, for the first time interfiction will not take place in Kassel, but online. For a workshop-conference that has always drawn its topics directly from network cultures and that has always been dedicated to digital media and networks this might appear as a move towards “core business”. However, this isn’t about business. Not to mention that coming together in RL for a dense and intense exchange has always been of great importance to us – as well as the productive collaboration with main sections of the festival, especially the film and video screenings and the exhibition.

At the same time, with the choice for this year’s topic – that is not the topic we’ve been originally musing about – interfiction has taken up the challenge for good reasons: it is exactly because from its very first edition onwards interfiction has always drawn its topics from recent developments within media and network cultures that are relevant to society. There is no doubt that a virus named COVID-19 has been of major influence on the latter; and the same is to be said for the pandemic’s consequences for debates about digitalization, digital media, and digital networks.

But what is it all about? What are the chances, what are the risks of the more recent developments? What can those who have been ever since considering and discussing some of the questions, problems and perspectives that have become literally viral now contribute from their experience and their knowledge to help us on? What about the almost traditionally called-up parallels between contagious organic structures and malicious code infecting computer systems: even when considering these as typical examples of our techno-natureculture’s biophilia – is there also something we can draw from our disposition to live by metaphors, to think with and within images? And if so, will we be able to gain insights applicable to our current situation and to whatever might follow from it? Is it possible and productive to speculate about the pandemic’s consequences for present and future developments in art, media and network cultures? What about related utopias and realities under the sign of the virus? What kind of VIREALITY – or VIREALTIES – do we want to think about? Of and within which VIREALTIES do we want to talk and act?

These are just some of the questions this year’s edition of interfiction sets out to consider – so yours are welcome as well: Artists, video- and filmmakers, designers, programmers and (h)activists, researchers in media and network cultures, and others interested in interdisciplinary exchange are invited to join the conference and to discuss their ideas and projects.

Call for contributions and further information: www.interfiction.org
Contact: info@interfiction.org

interfiction – interdisciplinary workshop-conference for art, media & network culture
director: Verena Kuni
team 2020: Karsten Asshauer, Max Holicki, Anders Lehr, Henning Roye & Verena Kuni