Stefanie Wuschitz

Feminist Hackerspaces

Als Mischung aus Hackerspace, FabLab, MakerSpace, Co-Working Space, Safer Space, Off-Space und Atelier sind ‚Feminist hackerspaces‘ ein neues aber international verbreitetes Phänomen. ‚Feminist hackerspaces‘ sind ein Format, das sich Teils aus der Hackerkultur, Teils aus der Kunstszene und einem aktivisitischen Umfeld entwickelt hat: Strategien von Sharing und Herrschafts-Armut, die in ‚feminist hackerspaces‘ auftauchen, sind zwar aus der Debatte um ‚Commons‘ und Peer-to-Peer Government bekannt, vermischen sich aber je nach geographischer Lage mit lokalen Traditionen von geteilter Infrastruktur, safe spaces oder Clan Häusern, sowie politischen Grundkonzepten rund um Autonomie, Feminismus, Bottom-Up Bewegung und Partizipation. In manchen Regionen, ermöglichen sie damit nicht nur eine Alternative zu sexistischen Tech-Laboren und Bildungsinstitutionen, sondern stellen tatsächlich den einzigen Zugang zu Wissen um Open Source Technologie, Selbstorganisation und DIY-Kultur dar, wodurch ein Netzwerk als Resource für Wissen geschaffen werden kann.
‚Feminist Hackerspaces‘ verstehen sich als inklusive, community-basierte Räume für weiblich sozialisierte Menschen, die sich ‚hacken‘ als künstlerische und soziale Praxis aneignen, diese Praxis durch Workshops, Vorträge, Festivals und individuelle Zusammenarbeit niederschwellig vermitteln und damit eine eigenständige visuelle Kultur generieren. Diese visuelle Kultur erweitert den Maskulinitäts-zentrierten Technikbegriff und öffnet andere Perspektiven auf Konzepte wie Innovation oder Fortschritt.
Anhand des Beispiels ‚Miss Baltazar’s Laboratory‘, einem feministischen Hackerspace in Wien, werden Fragen um Organisationsmodelle und Ökonomien gestellt und Parallelen zu Frauen-zentrierten Kulturen gezogen (wie z.B. die der Minangkabau in West Sumatra).

Stefanie Wuschitz
Geboren 1981 in Wien, Abschluss Transmediale Kunst 2006, Universität für angewandte Kunst Wien, Masterprogramm ITP 2008, NYU, USA, Digital Art Fellowship HUMlab in Schweden, 2009 Gründung des feministischen Hackerspaces Miss Baltazar’s Laboratory, Univ. Ass. an der Universität für angewandte Kunst Wien, seit 2010 Doktorat an der TU Wien, Johanna-Dohnal Preis 2011

Ausstellungen: Kunsthaus Graz / Videonale Kunstmuseum Bonn / OKNO, Brüssel / Galeria Hippolyte, Helsinki / TISCH School of the Arts, NYC / Austrian Culture Forum, NYC / Schauraum Museumsquartier, Wien / Sinopale, Sinop / Fringe Festival, Taipei / SewonArtSpace, Yogyakarta

Workshops: Harvestworks NYC (2010), Damascus (2010), Transmediale (2011), Taipei Artist Village (2011), Platform 4 Aalborg (2011), Frankfurter Kunstverein (2012), Sinopale (2012), Shih Chien University Taipei (2012), Bartlett School of Architecture UCL (2013), Institute for Contemporary Art Moscow (2013), HONF Yogyakarta (2013).

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