Berlin Invisible Playground

Sackbahnhof
Ein Reisespiel für Kassel Hbf von Berlin Invisible Playground

Berlin Invisible Playground macht seit 2009 Berlin zur Plattform für transmediale, spielerische Erfahrungen. Wir erforschen soziale Abläufe, neue und veraltete technische Infrastrukturen, Architekturen und Unorte, indem wir darauf Erlebnissysteme installieren, die an der Schnittstelle von Theater und Computerspiel entwickelt werden. Durch diese schaffen wir Zugänge zu den unsichtbaren Spielplätzen der Stadt, die jeden Tag unbemerkt überquert werden. Sie sind unsichtbar, weil das Geschehen auf ihnen als Alltag getarnt ist und von denen, die nicht mitspielen, leicht übersehen wird. Sie sind unsichtbar, weil das Geschehen auf ihnen verteilt und von keinem Punkt aus als Ganzes zu beobachten ist. Und sie sind unsichtbar, weil sie keine Zuschauer kennen, sondern ausschließlich Spieler. Als Gespenster, Piraten, Agenten und Aliens können wir lernen, auf ihnen wahrzunehmen und zu handeln – und so unsere eigene Wirklichkeit auf neue Art und Weise zu erschließen.

Im Rahmen von Interfiction widmen wir uns der „kleinen Form“ des Street Games, wie sie seit einigen Jahren auf einer Reihe von Festivals im angloamerikanischen Raum gefeiert wird (Come Out & Play in New York, Hide & Seek in London, igfest in Bristol). Nach einer Einführung in Strategien der Street-Game-Entwicklung stellen wir in einem neuen Spiel gemeinsam mit den Tagungsteilnehmern (und wartenden Reisenden) den Kasseler Kopfbahnhof auf den Kopf. Wer traut sich ohne Fahrkarte bis ganz ans Ende des Bahnsteigs?

http://berlin.invisibleplayground.com

Josa Gerhard studierte Violine und Experimentelles Musiktheater an der Universität der Künste Berlin und der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt. Er spielt in verschiedenen Kammermusikformationen und wirkt als Musiker und Darsteller bei Musiktheaterproduktionen mit, u.a. im Konzerthaus Berlin, am Schauspiel Hannover, an der Staatsoper Stuttgart, bei den Opernfestspielen München und am Nationaltheater Mannheim. Sein besonderes Interesse gilt den Grenzbereichen zwischen Musik, Theater und den bildenden Künsten. Im Rahmen von Berlin Invisible Playground arbeitet er an Konzepten für ein partizipativ erweitertes Theater.

Sebastian Quack ist freier Spielentwickler und Spielforscher. Seit seinem Studium der Kulturwissenschaft und Informatik in Berlin und Paris (abgeschlossen 2008) arbeitet er an der Schnittstelle von Theater und Computerspiel. Als Medienkünstler, Game Designer und Programmierer war er an einer Reihe von Spiel- und Theaterproduktionen beteiligt, darunter plundr (area/code NY, 2005), Südliche Autobahn (UdK/HAU Berlin, 2007) und UTOPIA STOCK EXCHANGE (HAU Berlin, 2009). 2009 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am gameslab der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) und bereitet zur Zeit ein künstlerisch-wissenschaftliches Dissertationsprojekt zum „Spiel der Agenten“ vor.